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Frauen und Krieg – damals und heute

Die brandenburgische Frauenwoche stand in diesem Jahr unter dem Motto „Gemeinsam-Lebendig-Widerständig. Frauengeschichte(n) von 1914-2014“. Auch DIE LINKE Oberhavel leistete erneut einen Beitrag zur Frauenwoche, diesmal mit der Veranstaltung „Haben Krieg und Frieden weibliche Gesichter?“. Dazu war  Christine Buchholz eingeladen, die Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion ist und sich seit Jahren mit Friedens- und Verteidigungspolitik intensiv befasst. Sie war vor einigen Jahren in Afghanistan und konnte sich vor Ort einen Eindruck vom Kriegseinsatz verschaffen und dabei auch viele engagierte und beeindruckende Frauen kennenlernen, aus deren Erfahrungen sie  an diesem Abend auch berichtete. In einem Gespräch zwischen der Abgeordneten und Stefanie Rose, Kreisvorsitzender der LINKEN Oberhavel,  wurde versucht,  einen Bogen zwischen den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts und Kriegen heute anhand von Frauenschicksalen zu spannen. Frauen seien zwar keine besseren Menschen, hätten aber einen anderen Blickwinkel und eine andere Herangehensweise, so Christine Buchholz. Es kamen Frauen wie Rosa Luxemburg und Clara Zetkin zur Sprache, aber genauso eher unbekannte Persönlichkeiten, die sich zum Beispiel während des Hitler-Regimes im Alltag gegen die bestehenden politischen Verhältnisse wandten oder Frauen und junge Mädchen in Afghanistan und Pakistan, die jeden Tag versuchen, ihren Geschlechtsgenossinnen und damit auch sich selbst zu helfen und so ihre Lebenssituation zu verbessern. Aus dem Publikum brachten sich Interessierte mit Beiträgen ein und wiesen auch auf Frauen als Opfer und Täterinnen, wie zum Beispiel in Ravensbrück, hin. Nicht unerwähnt blieben die mächtigen Frauen von heute. Unter ihnen die jetzige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die nach Ansicht von Christine Buchholz ihr Ministerium sicher genauso fest in der Hand hat wie ihre männlichen Vorgänger und auch eine Verteidigungspolitik fortsetzt, die garantiert, dass  die Bundeswehr eine professionalisierte Armee für weltweite Kriegseinsätze bleibt.  

Es kam die Frage auf, ob es denn überhaupt noch die eine Frauenbewegung in Deutschland gibt. Viele in der Runde stellten fest, dass es sie mittlerweile zwar nicht mehr gibt, aber immer wieder lokale oder problembezogene Gruppierungen, in denen sich Frauen aktiv für verschiedene Belange einsetzen. Ganz aktuell wurden die Hebammen genannt, die um ihre Selbstständigkeit und ihren Beruf kämpfen. Christine Buchholz hielt dennoch fest, dass es auch wieder gelingen könnte, eine große Frauenbewegung zu schaffen, wenn sich Kräfte bündeln und Akteure noch besser vernetzen könnten.